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Der Smiley-Effekt 🙂: Warum deine FIRE-Zahl in der Schweiz keine einzelne Zahl ist

Die meisten FIRE-Rechner unterstellen, dass du im Ruhestand jedes Jahr real gleich viel ausgibst. In Wirklichkeit sind die ersten Jahre oft teurer, die mittleren ruhiger und die letzten wegen Pflege wieder teurer. Wer mit einer einzigen Zahl plant, plant an dieser Kurve vorbei.

Die klassische FIRE-Rechnung geht so: heutige Ausgaben nehmen, mit Inflation hochrechnen, mit einem festen Faktor multiplizieren, fertig ist die Zahl für die finanzielle Freiheit. Das ist sauber, aber zu glatt. Denn die Ausgaben im Ruhestand bleiben nicht konstant. Am Anfang willst du reisen, Sport treiben und Projekte umsetzen, in der Mitte wird das Leben ruhiger, gegen Ende können Gesundheit und Pflege teuer werden. Diese Kurve hat einen Namen: den Smiley-Effekt.

Deine FIRE-Zahl ist keine einzelne Zahl, sondern eine Kurve.

Wer die Kurve versteht, plant realistischer. Nicht pessimistischer, nicht billiger, sondern näher an der echten Schweizer Realität.


Smiley-Kurve der realen Ausgaben im Ruhestand: hoch in der aktiven Phase, tiefer in der ruhigeren Phase, wieder höher in der Pflegephase

Faustregel: Alt-Text beschreibt den Inhalt, nicht nur den überlagerten Schrifttext, unter rund 125 Zeichen halten und das Fokus-Keyword (FIRE Schweiz) natürlich unterbringen. Kein "Bild von" voranstellen, das ist überflüssig.

Der Smiley-Effekt: Klein: Warum deine FIRE-Zahl keine einzelne Zahl ist



Drei Phasen statt einer Linie


In der Planung unterscheidet man in der Regel drei Phasen, in denen die Ausgaben eine U-Form annehmen können: der aktiven Phase (Go-Go), der ruhigeren Phase (Slow-Go) und der Pflegephase (Care).


  • Aktive Phase: Zeit, Energie, Gesundheit. Reisen, Hobbys, Projekte. Oft die teuersten freiwilligen Jahre.

  • Ruhigere Phase: Der Alltag wird ruhiger, der Konsum weniger spontan. Variable Ausgaben sinken.

  • Pflegephase: Die Kurve kann wieder steigen: Betreuung, Spitex, altersgerechtes Wohnen, Pflegeheim.


Der Effekt ist gut dokumentiert, aber kein Naturgesetz. Reale Ausgaben im Ruhestand sinken im Schnitt leicht, aber nicht gleichmässig. Die klare U-Form zeigt sich vor allem, wenn man verschiedene Altersgruppen miteinander vergleicht. Verfolgt man dieselben Haushalte über die Zeit, ist sie statistisch kaum von einem stetigen Rückgang zu unterscheiden. Sicher bleibt, dass Pflegekosten spät stark ins Gewicht fallen können.



Warum klassische FIRE-Rechner zu glatt sind


Die Faustregel Jahresausgaben mal 25 stammt aus den USA und entspricht der 4-Prozent-Regel. Bei STUZZ rechnen wir konservativer mit einer Entnahmerate von 3 bis 3.5 Prozent, also Faktor rund 29 bis 33: Aus CHF 80'000 Jahresausgaben werden so rund CHF 2.3 bis 2.7 Millionen statt CHF 2.0 Millionen.


Sicherer, aber das eigentliche Problem bleibt, weil beide Varianten konstante reale Ausgaben unterstellen, sofort und gleichmässig entnehmen und Pflege meist ausblenden.


Für die Schweiz ist das zu grob. Wer mit 50 aussteigt, hat eine andere Ausgangslage als jemand mit ordentlicher Pensionierung mit 65, und im Pflegefall übernehmen Krankenkasse und Staat längst nicht alles. Es braucht ein Phasenmodell, und jede Phase hat ihre eigenen Schweizer Spielregeln.


Aktive Phase. Wer endlich Zeit hat, nutzt sie: Reisen, Sport, längere Aufenthalte, vielleicht ein Umbau. Diese Ausgaben kleinzurechnen wäre falsch, sie sind ja der Grund für die ganze Übung. Die Besonderheit: Diese Phase liegt oft vor dem Referenzalter. Du lebst von freiem Vermögen, gestaffelten Kapitalbezügen oder Freizügigkeit, während AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige, Krankenkasse, Steuern und Wohnkosten weiterlaufen. Genau diese Systemkosten vergessen viele Rechner, nicht die Reisekosten.


Ruhigere Phase. Der Alltag normalisiert sich, variable Ausgaben sinken real: weniger Mobilität, weniger spontaner Konsum, kein Pendeln. Die Fixkosten bleiben: Wohnen, Krankenkasse, Steuern, Essen. Diese Trennung ist entscheidend, weil sie unterschiedlich steuerbar ist. Auf eine Weltreise kannst du verzichten, auf die Krankenkassenprämie nicht. Jetzt greifen meist AHV und Pensionskasse und senken die Entnahme aus dem freien Vermögen.


Pflegephase. Hier wird oft übertrieben. Die eigentliche Pflege ist gedeckelt: Im Heim beteiligst du dich mit maximal 23 Franken pro Tag, unabhängig von der Pflegestufe. Teuer sind Betreuung und Hotellerie, also Zimmer, Essen und Alltagshilfe, im Schnitt gegen 170 Franken pro Tag, und die trägst du selbst. Reicht das Vermögen nicht, fangen Ergänzungsleistungen auf. Zwei Dinge entschärfen das Risiko fürs Modell: Ein Heimaufenthalt dauert im Schnitt nur gut zwei Jahre, und die Heimtaxe ersetzt weitgehend deine normalen Wohn- und Lebenskosten.


FIRE-Schweiz: Was das für deine FIRE-Zahl heisst


Die Konsequenz ist einfach: Rechne nicht mit einem Budget, sondern mit drei. Ein illustratives Beispiel macht es greifbar.


Illustratives Beispiel. Sandra, 52, frisch finanziell frei, Eigenheim grösstenteils abbezahlt, Kanton Zürich. Ihre nicht verhandelbaren Fixkosten liegen bei rund CHF 55'000 pro Jahr. Darauf legt sie je nach Phase einen unterschiedlichen Lifestyle-Teil.

Phase

Alter

Budget / Jahr

Aktiv

52–65

ca. CHF 85'000

Ruhiger

65–80

ca. CHF 65'000

Pflegephase

80+

ca. CHF 90'000


Ab der ordentlichen Pensionierung senken AHV und allenfalls eine Rente aus der Pensionskasse die Entnahme aus dem freien Vermögen. Die Pflegephase liegt höher, weil ein Heimplatz im Schnitt gegen CHF 90'000 pro Jahr kostet, das ist der rechte Ast des Smileys. Sie betrifft aber nur den Fall, dass Pflege nötig wird, im Schnitt die letzten zwei bis drei Jahre.


Das aktive Budget ist in der Regel höher als die ruhigere Mittelphase. Das ist kein Fehler, sondern realistisch, weil in den ersten Jahren Gesundheit, Energie und Freiheit zusammenkommen. Und die Pflegephase darf am Ende wieder steigen, genau das ist der Smiley.


Bevor du überhaupt über eine Entnahmerate redest, beantworte fünf Fragen:

  1. Wie hoch sind meine nicht verhandelbaren Fixkosten?

  2. Wie viel will ich in den ersten aktiven Jahren bewusst mehr ausgeben?

  3. Ab wann fliessen AHV, Pensionskasse und 3a-Gelder?

  4. Welche Entnahmen kommen aus freiem Vermögen, welche aus Vorsorgegeldern?

  5. Wie decke ich das Pflegerisiko, das sich oft mit meinem Langlebigkeitskapital überschneidet?


Eine Entnahmerate ohne Ausgabenpfad ist Scheinpräzision. Ob 3, 3.5 oder 4 Prozent sagt wenig, wenn die Ausgaben zuerst höher sind, dann sinken und später ein Pflegefall dazukommt. Dazu kommt der Schweizer Punkt: Die Bezugsreihenfolge ist fast so wichtig wie die Höhe der Ausgaben. Freies Vermögen, Säule 3a, Freizügigkeit, Pensionskasse und AHV haben unterschiedliche steuerliche und rechtliche Eigenschaften. Sauber getrennt steuerst du Brückenjahre, Kapitalbezüge und Steuern deutlich besser.


Noch ein Punkt, der oft fehlt: Wer 20 Jahre auf Sparquote optimiert hat, kann nach FIRE schlecht Geld ausgeben und bleibt im inneren Sparmodus. Auch dagegen hilft ein Phasenmodell. Wenn die ersten Jahre bewusst teurer sein dürfen, musst du nicht jedes Erlebnis gegen die 4-Prozent-Regel verteidigen.


Zusammengefasst


  • Ruhestand kostet nicht jedes Jahr gleich viel. Plane mit mindestens drei Budgets statt einer Zahl.

  • Der Smiley ist ein Denkmodell, kein Gesetz. Robust ist, dass Ausgaben meist sinken und Pflege spät teuer werden kann.

  • Nimm das Pflegerisiko ernst, aber rechne es nicht als fixen Zusatzbetrag oben drauf. Es überschneidet sich meist mit deinem Langlebigkeitskapital. Und behandle die Bezugsreihenfolge so sorgfältig wie die Höhe der Ausgaben.


Die klassische FIRE-Frage lautet: Wie viel Vermögen brauche ich? Die bessere Frage lautet: Wann brauche ich welches Geld, aus welchem Topf, für welche Lebensphase? Wer so plant, bekommt keine perfekte Zahl, aber eine bessere Landkarte.



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