MIETKAUTION NEU GEDACHT
Mietkaution investieren: Vergleich, Kosten, Rechner
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Dein Mietzinsdepot wird von der Inflation gefressen
Bei CHF 2'500 Monatsmiete liegen bis zu CHF 7'500 auf einem gesperrten Konto. Du hast keinen Zugriff und es liegt brach. Und das bleibt so, bis du ausziehst.
Du bist damit nicht allein: Schätzungen von Anbietern zufolge liegen in der Schweiz acht bis elf Milliarden Franken an Mietkautionen von Privatpersonen auf Sperrkonten. Eine offizielle Statistik dazu gibt es nicht.
Bei Wohnräumen darf die Sicherheit höchstens drei Monatszinse betragen, so steht es im Gesetz. Bei fünfzehn Jahren in derselben Wohnung ist das eine lange Zeit für einen vierstelligen Betrag, der nichts tut.
Dazu kommt die Inflation. Bei angenommenen 2% pro Jahr sind deine CHF 7'500 nach fünfzehn Jahren noch rund CHF 5'573 wert. Du bekommst nominal alles zurück und hast real fast CHF 2'000 verloren, also gut ein Viertel deiner Kaufkraft.
Das Absurde daran: Nach Angaben aus der Branche kommt es nur bei rund einem Prozent der Mietvertragsauflösungen zu grösseren Schäden. Dein Geld liegt also fünfzehn Jahre still für einen Fall, der fast nie eintritt.
Jahrzehntelang gab es genau zwei Wege, eine Kaution zu hinterlegen: das Sperrkonto bei der Bank oder eine Mietkautionsversicherung. Das eine bindet dein Geld, das andere kostet dich jedes Jahr eine Prämie.
Seit Kurzem gibt es einen dritten: Du kannst dein Kautionsgeld investieren lassen. Möglich macht das Evorest, ein Zürcher Fintech, das mit Immobilienverwaltungen zusammenarbeitet. Noch macht nicht jede Verwaltung mit, aber es werden laufend mehr.
Mietkaution: Bank, Versicherung oder nun auch Aktien?
Sperrkonto bei der Bank
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Sofort gebunden: die volle Kaution
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Laufende Kosten: nur Kontogebühren
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Du bekommst das Geld zurück
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Renditechance: fast keine. Verlustrisiko: praktisch keines
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Passt zu dir, wenn du das Geld entbehren kannst
Mietkautionsversicherung
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Sofort gebunden: CHF 0
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Laufende Kosten: 4 bis 4.5% pro Jahr plus 5% Stempelsteuer
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Du bekommst nichts zurück, die Prämien sind weg
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Renditechance: keine. Kein Marktrisiko, aber die Prämien sind definitiv weg
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Passt zu dir, wenn du das Geld dringend brauchst
Investierte Kaution via Evorest
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Sofort gebunden: die volle Kaution
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Laufende Kosten: 0.4 bis 0.6% pro Jahr plus ETF-Kosten
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Du bekommst das Geld zurück
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Renditechance: ja, aber unsicher. Marktverlust möglich
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Passt zu dir, wenn du lange bleibst und Schwankungen aushältst
Auf eine solche Lösung haben wir lange gewartet. Was dies für einen Einfluss auf dein Vermögen haben kann, kannst du jetzt selbst rechnen.
Rechne selbst
Die Versicherung erscheint im Rechner zweimal (falls du sie im Vergleich angewählt hast), einmal mit dem freigewordenen Kapital auf dem Konto und einmal angelegt. Genau das macht nämlich langfristig den grössten Unterschied.
Wichtig: Die vier Zahlen sind natürlich nicht gleich sicher. Eine Versicherungsprämie zahlst du garantiert. Eine Anlagerendite ist eine Annahme. Beide Anlagevarianten rechnen mit derselben Markterwartung, damit der Vergleich fair bleibt.
Du hast gerechnet und überlegst zu wechseln? Es gibt eine Reihenfolge, die du einhalten solltest. Sonst hast du zwei Kautionen gleichzeitig blockiert oder stehst ohne gültige Sicherheit da.
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Unsere Gratis-Anleitung zeigt dir:
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Ob sich ein Wechsel für dich überhaupt lohnt, anhand von vier konkreten Punkten
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Welche Anlagequote zu deiner Mietdauer und deiner Reserve passt
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Wie du deine Verwaltung anfragst, inklusive fertiger Textvorlage
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Was du tun kannst, wenn sie ablehnt
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Wie dein altes Mietzinsdepot sauber abgelöst wird, ohne dass du die Kaution zweimal aufbringst
Sperrkonto: einfach, sicher, ertraglos
Der Betrag liegt auf deinen Namen, du kommst nicht ran, am Ende bekommst du ihn zurück. Kein Risiko, keine Prämie, keine Überraschung.
Was das über fünfzehn Jahre bedeutet, hast du oben gesehen: real ein Viertel weniger Kaufkraft, für ein Risiko, das sich fast nie verwirklicht.
Der Preis steht auf keiner Rechnung: Das Geld fehlt beim Umzug, als Notgroschen und über fünfzehn Jahre als Anlagekapital. Zins und Gebühren unterscheiden sich stark nach Bank, deshalb sind beide im Rechner editierbar.
Versicherung: du kaufst Liquidität, kein Sparprodukt
Ein Anbieter garantiert deiner Vermieterschaft die Kaution. Deine CHF 7'500 bleiben frei, dafür zahlst du jedes Jahr.
Und der Punkt, den die meisten falsch verstehen: Zahlt der Anbieter einen berechtigten Schaden an deine Vermieterschaft, holt er sich das Geld anschliessend bei dir. Eine Versicherung schreibt das auf der eigenen Produktseite: „Den Betrag fordern wir zu einem späteren Zeitpunkt von Ihnen als Mieterin bzw. Mieter zurück." Es ist eine Bürgschaft, keine Schadenversicherung.
Übliche Prämien liegen bei 4 bis 4.5% der Kautionssumme. Dazu kommen immer 5% Stempelsteuer auf der Prämie. Die sind gesetzlich fix und bei jedem Anbieter gleich, da lässt sich nichts vergleichen. Ein Anbieter, der mit „nur 4%" wirbt, kostet dich also effektiv 4.2%.
Bei CHF 7'500 und 4.5%:
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Nach 5 Jahren: rund CHF 1'772 bezahlt
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Nach 10 Jahren: rund CHF 3'544 bezahlt
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Nach 15 Jahren: rund CHF 5'316 bezahlt
Angespart davon: jedes Mal CHF 0.
Trotzdem sinnvoll, wenn du das Geld dringend brauchst oder auch eine Kreditkartenschuld mit hohen Zinsen damit ablöst. Nur: Du kaufst Liquidität, du sparst nicht.
Deine Kaution in Aktien investieren: Evorest
Seit Kurzem lässt sich die Kaution in der Schweiz investieren. Nach unserer Recherche ist Evorest in dieser Form das einzige Angebot im Land. Das Geld liegt bei der Hypothekarbank Lenzburg, einer FINMA-lizenzierten Schweizer Bank. Für die Vermieterschaft ändert sich nichts: Die vereinbarte Kautionssumme bleibt ihr gegenüber abgesichert.
Du wählst, wie viel investiert wird:
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Sparkonto: 0% in ETFs, keine Jahresgebühr
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Invest 25%: 0.4% Jahresgebühr
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Invest 50%: 0.5% Jahresgebühr
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Invest 75%: 0.6% Jahresgebühr
Die Eröffnung kostet in allen Varianten einmalig CHF 25.
Zur Auswahl stehen zehn passive ETFs aus drei Bereichen: Nachhaltigkeit, globale Märkte, Schweiz.
Drei Dinge, die du dabei wissen musst
1. Die Gebühr geht auf die ganze Kaution, nicht nur auf den investierten Teil.
Dazu kommen die laufenden Kosten der ETFs selbst (TER), die stehen im Factsheet des jeweiligen ETF und sind nicht in der Jahresgebühr enthalten.
Umgerechnet auf das Kapital, das wirklich im Markt liegt:
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Invest 25%: rund 1.8% pro Jahr
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Invest 50%: rund 1.2% pro Jahr
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Invest 75%: rund 1.0% pro Jahr
Annahme: Jahresgebühr umgerechnet plus 0.2% ETF-Kosten.
2. Achtung: Fällt die Kaution unter 80% des Ursprungswerts, musst du nachschiessen.
Wir haben das für CHF 7'500 Kaution durchgerechnet, mit einem Markteinbruch von 30% kurz nach Eröffnung:
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Invest 25%: noch rund CHF 6'938, Schwelle nicht unterschritten
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Invest 50%: noch rund CHF 6'375, Schwelle nicht unterschritten
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Invest 75%: noch rund CHF 5'813, Schwelle um CHF 188 unterschritten
Bei 25% und 50% federt der Sparkonto-Anteil den Einbruch ab. Bei 75% wird die Schwelle knapp gerissen, und zwar um lediglich CHF 188.
Und jetzt der Punkt, den man leicht unterschätzt. Die 80% sind kein Zielwert, sondern nur der Auslöser. Aufgefüllt werden muss auf den ursprünglichen Kautionsbetrag. Im Beispiel wird die Schwelle von CHF 6'000 also um lediglich CHF 188 unterschritten, fällig sind danach aber rund CHF 1'688, nämlich die volle Differenz zurück auf CHF 7'500.
Diese Zahl solltest du im Ernstfall aufbringen können, während der Markt gerade eingebrochen ist. Genau deshalb gehört neben eine investierte Kaution eine Reserve, die man nicht anfassen musste.
Was passiert, wenn du nicht nachschiesst? Evorest gibt dir 60 Tage, um die Kaution wieder auf 100% des ursprünglichen Betrags zu bringen. Tust du das nicht, wird der investierte Anteil verkauft und als Bargeld auf dem Kautionskonto gehalten. Keine Betreibung, keine Strafe, dein Marktrisiko endet einfach.
Das klingt harmlos, hat aber einen Haken: Verkauft wird zum eingebrochenen Kurs. Der Verlust ist damit realisiert. Und neu investieren kannst du erst wieder, wenn die Kaution bei 100% steht. Da sie nun in Cash liegt, wächst sie von allein nicht mehr dorthin. Wer nicht nachschiesst, verkauft also im Tief und bleibt bis zum Auszug draussen.
Die gute Nachricht: Du legst dich nicht für die ganze Mietdauer fest. Anlagefokus und Anlagequote lassen sich einmal pro Jahr anpassen. Das ist mehr wert, als es klingt, weil die Nachschussschwelle immer am ursprünglichen Betrag gemessen wird. Ist dein Depot erst einmal gewachsen, liegt zwischen dem aktuellen Wert und den 80% ein Polster, das bei der Eröffnung noch nicht da war. Mit CHF 9'000 auf dem Konto braucht es einen Einbruch von einem Drittel, um überhaupt in die Nähe der Schwelle zu kommen.
Man kann also vorsichtig starten und die Quote später erhöhen, wenn die Gewinne den Puffer geschaffen haben. Umgekehrt gilt: Nach einem schlechten Jahr die Quote zu senken, macht den Verlust definitiv. Und je näher dein Auszug rückt, desto weniger Zeit bleibt für eine Erholung, unabhängig davon, wie gut es bisher lief. Und unabhängig davon: Wer einen Nachschuss bei einer Korrektur nicht aufbringen kann, investiert weniger, nicht mehr. Die tiefere Quote kostet relativ mehr Gebühren, dafür kann sie dich nicht überraschen.
3. Deine Verwaltung muss mitmachen
Das ist aktuell die grösste Einschränkung. Fragen kostet nichts, und die Textvorlage dafür bekommst du in unserer Anleitung oben.
Übrigens zur häufigsten Sorge: Die Einlagensicherung von CHF 100'000 gilt für ETFs gar nicht, und das ist gut so. Wertschriften sind dein Eigentum, sie werden bei einem Bankkonkurs abgesondert und herausgegeben. Dein Risiko liegt im Markt und im Nachschuss, nicht bei der Bank.
Fazit
um ersten Mal muss eine Mietkaution nicht einfach nur herumliegen. Ob sich das für dich lohnt, hängt aber weniger am Anbieter als an zwei Dingen: wie lange du voraussichtlich bleibst, und ob du eine Reserve hast, die einen Nachschuss verkraftet. Beides weisst du besser als jeder Rechner.
STUZZ erhält keine Provisionen von den genannten Anbietern.
Gratis Anleitung
BUCHEN
KURS-PROGRAMM
Hier noch die wichtigsten Information zu diesem Starter-Kurs:
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Der nächste Kurs ist for den Mittwoch, 23. April 2025 um 19 Uhr live via Zoom geplant.
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Der Kurs dauert 2 Stunden mit einer kurzen Pause von 5 Minuten.
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Der Kurs ist live und interaktiv.
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Im Kurs Preis sind neben den Kursunterlagen auch ein digitale Nachlass-Vorlage inbegriffen.
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